Wärmepumpe

von Ing. Christoph Buchinger

Wärmepumpe und Photovoltaik: So heizen Sie mit Ihrem Sonnenstrom

Monteur installiert die Außeneinheit einer Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus

Kurz gesagt: Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Kommt dieser Strom von Ihrem eigenen Dach, heizen und kühlen Sie besonders günstig und unabhängig. Wichtig zu wissen: Im Sommer und in der Übergangszeit deckt die Photovoltaik einen großen Teil des Wärmepumpen-Stroms, im Winter nur einen kleineren. Mit der richtigen Steuerung, einem Wärmespeicher und einer Flächenheizung holen Sie aus jeder Sonnenstunde das Maximum heraus.

Warum passen Wärmepumpe und Photovoltaik so gut zusammen?

Immer mehr Hausbesitzer im Bezirk Perg haben eine Photovoltaikanlage am Dach – oder planen eine. Die naheliegende Frage: Kann ich mit meinem eigenen Sonnenstrom auch heizen? Die Antwort ist ja. Wie gut das funktioniert, hängt davon ab, wie Wärmepumpe, PV-Anlage und Heizsystem zusammenspielen.

Eine Wärmepumpe braucht Strom – aber nur wenig. Den Großteil der Wärme holt sie kostenlos aus der Umgebung: aus der Luft, aus dem Erdreich oder aus dem Grundwasser. Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen so je nach System und Haus drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Kommt diese eine Kilowattstunde von Ihrem eigenen Dach, wird die Rechnung noch besser:

  • Sie kaufen weniger Strom zu – und sind unabhängiger von steigenden Strompreisen.
  • Sie nutzen Ihren Sonnenstrom selbst, statt ihn günstig ins Netz einzuspeisen.
  • Sie heizen nahezu CO₂-frei – mit Energie aus Umwelt und Sonne.

Die PV-Anlage liefert den Strom, die Wärmepumpe vervielfacht ihn zu Wärme. Ein starkes Team für ein zukunftssicheres Zuhause.

Wie viel Sonnenstrom nutzt die Wärmepumpe wirklich?

Hier lohnt sich ein ehrlicher Blick. Denn Sonne und Heizbedarf sind nicht immer zur gleichen Zeit da: Im Sommer produziert Ihre PV-Anlage am meisten Strom, geheizt wird aber vor allem im Winter.

JahreszeitSonnenstromBedarf der WärmepumpeWie viel kommt vom Dach?
SommerSehr vielWarmwasser, auf Wunsch KühlungGroßer Teil bis fast alles
Frühling & HerbstGutHeizung an kühlen Tagen, WarmwasserEin guter Teil – vor allem tagsüber
WinterWenigHoher HeizbedarfKleiner Teil, Rest aus dem Netz

Über das ganze Jahr gerechnet kann eine gut abgestimmte Anlage einen spürbaren Teil des Wärmepumpen-Stroms selbst erzeugen – mit intelligenter Steuerung und Speicher deutlich mehr als ohne. Ganz ohne Netzstrom heizt im Winter aber kaum ein Einfamilienhaus. Wer Ihnen anderes verspricht, sollte genau nachrechnen.

Warum lohnt sich der Eigenverbrauch so sehr?

Für Strom, den Sie ins Netz einspeisen, bekommen Sie deutlich weniger, als Sie für zugekauften Strom bezahlen. Die Einspeisetarife schwanken stark und liegen meist weit unter dem Haushaltsstrompreis. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist deshalb mehr wert als jede, die Sie verkaufen.

Die Wärmepumpe ist dafür ein idealer Verbraucher: Sie kann gezielt dann laufen, wenn die Sonne scheint – und die Wärme für später speichern.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Einfamilienhaus braucht für Heizung und Warmwasser rund 3.500 kWh Strom pro Jahr für die Wärmepumpe. Gelingt es, davon rund ein Drittel – also etwa 1.200 kWh – direkt mit Sonnenstrom zu decken, sparen Sie bei einem Unterschied von rund 20 Cent zwischen Strompreis und Einspeisetarif etwa 240 Euro pro Jahr – allein durch die Wärmepumpe. Dazu kommen Warmwasser im Sommer und – falls vorhanden – die Kühlung.

Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel. Was in Ihrem Haus möglich ist, berechnen wir gerne individuell.

So holen Sie mehr Sonnenstrom in Ihre Heizung

Damit die Wärmepumpe möglichst viel Sonnenstrom nutzt, braucht es mehr als nur eine PV-Anlage am Dach. Entscheidend sind diese vier Bausteine:

  1. Eine intelligente Steuerung (SG Ready & Energiemanager): Moderne Wärmepumpen haben eine sogenannte SG-Ready-Schnittstelle. Darüber erfährt die Wärmepumpe, wann Überschussstrom vom Dach da ist – und heizt dann gezielt den Speicher oder das Haus etwas höher auf. Ein Energiemanager verteilt den Sonnenstrom sinnvoll zwischen Wärmepumpe, Haushalt und Batterie.
  2. Ein Wärmespeicher: Strom zu speichern ist teuer, Wärme zu speichern ist günstig. Ein Puffer- oder Warmwasserspeicher nimmt die Sonnenenergie zur Mittagszeit auf und gibt sie am Abend wieder ab. So wird aus Mittagssonne warmes Duschwasser am Abend.
  3. Eine Flächenheizung als natürlicher Speicher: Boden, Wände und Decken speichern Wärme über Stunden. Die Wärmepumpe kann tagsüber mit Sonnenstrom vorheizen, und die Flächen geben die Wärme am Abend sanft an den Raum ab. Weil Flächenheizungen mit niedrigen Temperaturen auskommen, arbeitet die Wärmepumpe zudem besonders effizient.
  4. Die richtige Auslegung: Eine zu groß dimensionierte Wärmepumpe taktet ständig, eine zu kleine braucht zu viel Zusatzstrom. Deshalb berechnen wir die Heizlast Ihres Hauses Raum für Raum und stimmen Wärmepumpe, Speicher und Heizflächen genau aufeinander ab.

Der Sommer-Bonus: Kühlen mit Sonnenstrom

Ein Vorteil, der oft unterschätzt wird: Im Sommer, wenn die Sonne am stärksten scheint, ist es auch im Haus am wärmsten. Genau dann liefert Ihre PV-Anlage den meisten Strom.

Mit einer Wärmepumpe mit Kühlfunktion und einer Flächenheizung können Sie Ihr Zuhause über dieselben Flächen sanft kühlen – leise, ohne Zugluft und ohne Klimagerät an der Wand. Der Strom dafür kommt zu großen Teilen direkt vom eigenen Dach. Bedarf und Sonnenstrom passen hier fast perfekt zusammen.

So wird aus Ihrer Heizung ein System für alle vier Jahreszeiten: gesund heizen im Winter, gesund kühlen im Sommer – mit Energie aus Sonne und Umwelt. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite Gesund kühlen.

Brauche ich einen Batteriespeicher?

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch Ihres Haushalts – etwa für Licht, Kochen oder das E-Auto am Abend. Für die Heizung ist er aber nicht zwingend nötig. Wärme lässt sich im Puffer- oder Warmwasserspeicher und in der Flächenheizung deutlich günstiger speichern als Strom in einer Batterie.

Unsere Empfehlung: Planen Sie zuerst die Wärmespeicherung sinnvoll – und entscheiden Sie dann, ob sich eine Batterie für Ihren Haushaltsstrom zusätzlich lohnt.

Wie groß sollte die PV-Anlage sein?

Das hängt von Ihrem Stromverbrauch, der Dachfläche und Ihren Plänen ab, etwa einem E-Auto. Als Faustregel gilt: Wer eine Wärmepumpe betreibt, sollte die PV-Anlage eher etwas größer planen als für den reinen Haushaltsstrom. Bei uns in Oberösterreich liefert ein Kilowatt-Peak PV-Leistung rund 1.000 bis 1.100 kWh Strom pro Jahr – je nach Ausrichtung und Neigung des Dachs.

Wichtig ist, dass PV-Anlage und Wärmepumpe aufeinander abgestimmt werden. Haben Sie bereits eine PV-Anlage? Dann sehen wir uns an, wie die Wärmepumpe optimal eingebunden werden kann.

Wärmepumpe mit PV: Vor- und Nachteile auf einen Blick

VorteileGrenzen
KostenWeniger Netzstrom, niedrigere Heiz- und WarmwasserkostenHöhere Anfangsinvestition für beide Systeme
UnabhängigkeitWeniger abhängig von StrompreisenIm Winter weiterhin Netzstrom nötig
UmweltHeizen und Kühlen nahezu CO₂-frei–
SommerWarmwasser und Kühlung fast nur mit Sonnenstrom–
SteuerungMit SG Ready & Energiemanager gezielt nutzbarGute Planung und Einstellung nötig
SpeicherWärme günstig in Puffer und Flächenheizung speicherbarBatteriespeicher kostet zusätzlich

Gibt es Förderungen?

Sowohl für Wärmepumpen als auch für Photovoltaikanlagen gibt es in Österreich Förderungen von Bund und Ländern – für PV-Anlagen etwa den Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), der vor der Errichtung beantragt werden muss. Förderhöhen und Fristen ändern sich laufend, deshalb nennen wir hier bewusst keine fixen Beträge.

Für Ihre neue Wärmepumpe prüfen wir die Fördermöglichkeiten gemeinsam mit Ihnen und übernehmen die Einreichung.

Unser Fazit

Wärmepumpe und Photovoltaik sind eine der besten Kombinationen für ein zukunftssicheres Zuhause. Sie heizen und kühlen günstiger, unabhängiger und klimafreundlich. Den größten Nutzen haben Sie, wenn die Systeme gut aufeinander abgestimmt sind: mit intelligenter Steuerung, einem Wärmespeicher und einer Flächenheizung, die die Sonnenwärme über Stunden hält.

Und wenn Sie ehrlich rechnen, sehen Sie: Im Winter bleibt ein Teil Netzstrom – im Sommer und in der Übergangszeit heizen, duschen und kühlen Sie dafür fast nur mit der Sonne.

Häufige Fragen zu Wärmepumpe und Photovoltaik

Die wichtigsten Antworten auf einen Blick – alles Weitere klären wir gerne im persönlichen Gespräch.

Kann ich mit Photovoltaik meine Wärmepumpe komplett betreiben?

Übers Jahr gesehen meist nicht vollständig. Im Sommer und in der Übergangszeit deckt die PV-Anlage einen großen Teil des Stroms, im Winter scheint die Sonne zu wenig. Mit guter Steuerung und Speicher lässt sich der Anteil aber deutlich erhöhen.

Was bedeutet SG Ready bei einer Wärmepumpe?

SG Ready ist eine Schnittstelle, über die die Wärmepumpe ein Signal bekommt, wenn Überschussstrom von der PV-Anlage vorhanden ist. Sie heizt dann gezielt Speicher oder Räume etwas höher auf und nutzt so mehr Sonnenstrom.

Brauche ich für Wärmepumpe und PV einen Batteriespeicher?

Nicht unbedingt. Wärme lässt sich in Puffer- oder Warmwasserspeichern und in der Flächenheizung günstiger speichern als Strom. Eine Batterie kann sich aber für den Haushaltsstrom zusätzlich lohnen.

Kann ich meine bestehende PV-Anlage mit einer neuen Wärmepumpe verbinden?

Ja, in den meisten Fällen. Wichtig ist, dass Wechselrichter, Energiemanager und Wärmepumpe miteinander kommunizieren können. Das prüfen wir bei der Planung.

Welche Heizung passt am besten zu Wärmepumpe und PV?

Eine Flächenheizung in Boden, Wand oder Decke. Sie kommt mit niedrigen Temperaturen aus, speichert Wärme über Stunden und kann im Sommer auch kühlen.

Kann ich mit Sonnenstrom auch kühlen?

Ja. Mit einer Wärmepumpe mit Kühlfunktion und einer Flächenheizung kühlen Sie Ihr Haus im Sommer sanft über dieselben Flächen – genau dann, wenn Ihre PV-Anlage am meisten Strom liefert.

Lohnt sich die Kombination auch im Altbau?

Ja, wenn die Wärmepumpe zum Haus passt. Entscheidend sind Heizlast, Vorlauftemperatur und Heizflächen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Wärmepumpe im Altbau.

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Ing. Christoph Buchinger

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